Fotografieren lernen in Berlin

Arwed Messmer: Berlin 1966-70

Im Einsatzplan der Berliner-Polizei Ende der 60er Jahre für die gezeigten Demonstrationen, welche Rolle spielte der Polizei-Fotograf? Brauchte er eine Ausbildung, wurde er gebrieft, war er verbeamtet? Mutmaßlich fühlte er sich als Teil der Ordnungsmacht. Wenn es darum ging, wem gehört der Kudamm, hatte er mehr Rechte als die Demonstranten? Das Verhältnis der Polizei und der Bevölkerung zu den Demonstranten war teilweise haßerfüllt. Und der Fotograf – was war seine Situation? Für Outsider sind die Polizisten lediglich als uniformiert zu erkennen, aber nicht, wer sie befehligt und welche Rechtsnormen es gab. Der Status der von Messmer reproduzierten Bilder ist wohl am ehesten mit Kriegsfotografie und Propaganda-Fotografie aus dem Nationalsozialismus vergleichbar, einerseits hatte der Polizei-Fotograf eine Nähe zum Geschehen, andererseits ist es eben nicht das neutrale Zeitdokument, sondern ein mit Steuergeldern finanziertes ‘Staatsfoto’. (tn) Eintritt frei, auch So. Kabinett in der Villa Oppenheim bis 19.Juni

Buchpublikation in Berlins Öffentlichen Bibliotheken

Fotos: ©Archiv der Berliner Schutzpolizei, Polizeihistorische Sammlung Berlin