Fotografieren lernen in Berlin

Guy Bourdin: Bilder Macher

Guy Bourdin hat die Modefotografie revolutioniert. Mit seinen surrealistischen Bildern entwickelte er sich ab Mitte der 50er Jahre vom Enfant terrible zu einem der bedeutendsten Fotografen der französischen ‘Vogue’. Bei Bourdin posierten die Mannequins vor Tierkadavern, schaukelten in bunten Kleidchen inmitten eines riesigen Vogelkäfigs, ritten auf dem Rücken eines Orcas. Frauen als Püppchen oder Femme fatale: Das Frauenbild, das sich in seinen Darstellungen vermittelte, wurde kontrovers diskutiert.
Bei Bourdins Shootings entstanden die teils makabren, augenzwinkernd ironischen, immer aber erstaunlich faszinierenden Bilderwelten meist spontan und in extremer Herausforderung aller Beteiligten. „Er ging mit einem um wie ein Maler, er zerlegte dich und fing von vorne an. Und was er am Ende aus einem rausholte, war vielleicht kostbarer als alles, was andere geschafft hätten“, so erinnert sich die Sängerin Jane Birkin an ihre Zusammenarbeit mit Guy Bourdin als Model.
Wer war Guy Bourdin? Dieser Frage geht der australische Regisseur Sean Brandt nach, der als junger Fotograf selbst Assistent Bourdins war. Gemeinsam mit zahlreichen namhaften Weggefährtinnen und Weggefährten des Ausnahmefotografen erinnert sich Brandt in ‘Guy Bourdin – Bilder Macher’ an die intensiven und häufig ambivalenten Begegnungen und Konfrontationen mit Bourdin. Manche Models weigerten sich schlicht, mit ihm zu arbeiten. Vielen gilt er als Genie, zahlreichen Fotografinnen und Fotografen wurde er zum Vorbild. Guy Bourdin bleibt bis heute ein spannendes Rätsel, für das uns die Dokumentation in sein fantastisches Universum zurückversetzt. (Ankündigungstext) arte +7

Fotos bei Galerie Louis Alexander Gallery
N. Borecka für lone wolf magazine

PS: 2003 drehte Madonna den Video-Clip zu Hollywood fast vollständig im Bourdin-Stil

Foto: © Guy Bourdin