Fotografieren lernen in Berlin

Instantané d’histoire / Augenblicke der Weltgeschichte

Die Reihe erzählt anhand fotografischer Zeugnisse Schicksale ganz gewöhnlicher Menschen.
Anfang 1934 breitet sich in Europa der Faschismus immer mehr aus. Am 6. Februar kommt es in Paris zu einer sehr gewaltsam verlaufenden Demonstration gegen die Regierung; bei Straßenschlachten und der Besetzung des Palais Bourbon werden 15 Menschen von Gendarmen erschossen, zahlreiche verletzt. Gegen diese Bedrohung muss sich die zerstrittene französische Linke aus Kommunisten, Sozialisten und Radikalsozialisten vereinen. Robert Talpain ist Mitglied der Sozialistischen Partei und der Französischen Sektion der Arbeiter-Internationale (SFIO). Neben seinem Beruf als Fahrer für ein Filmstudio betätigt er sich als Amateurfotograf und Filmemacher. Seine Aufnahmen spiegeln seine Sicht der Ereignisse in den Monaten vor der Bildung der französischen Volksfront (Front populaire) im Mai 1936 wider.

Pilou, nicht Mann, nicht Frau, nicht frei

Als der fotobegeisterte Gustavo, ein italienischer Student an der Pariser Kunsthochschule, dem exzentrischen, brillanten Pilou begegnet, ist es Liebe auf den ersten Blick. Im Paris der Zwischenkriegszeit macht ihn Pilou mit seinen Freunden, seiner Familie und vor allem seiner Großmutter bekannt, einer nonkonformistischen und begabten ehemaligen Künstlerin, mit der er sich bestens versteht. Gustavos Fotos geben Einblick in die 20er Jahre und zeugen auf damals neuartige Weise von der im geschlossenen Familienkreis offen demonstrierten sexuellen Freiheit. Gustavo lebt mit Pilou zusammen und teilt mit ihm auch die Liebe zu Theater, Literatur und … Transvestitismus. In dieser libertinären Übergangszeit, die sich dem Anwachsen der radikalen Bewegungen in Europa zu verschließen scheint, können Gustavo, Pilou und ihr schwuler Freundeskreis ihre Homosexualität noch für einige Zeit frei ausleben. (Ankündigungstext) arte Mediathek

Foto: screenstill