Fotografieren lernen in Berlin

Martha Cooper

Als in den 70er Jahren die Bronx brannte, wollte niemand sagen, dass Graffiti interessant wären. Aber Martha Cooper arbeitete damals als Fotojournalistin für die ‘New York Post’ und scherte sich nicht darum, was erlaubte Kunst war. Sie dokumentierte den Alltag der Menschen, und vor allem die Hip-Hop- und Graffiti-Bewegung. Ihr überquellendes Privatarchiv zeugt von ihrer Passion für die Leute, die diese Kultur lebten. Inzwischen ist sie der Star der Szene, die ‘Königin der Street Art’.
Mit ihrer Wertschätzung der illegalen Kunstwerke machte sie sich nicht nur Freunde. Den Fotoband ‘Subway Art’, den sie gemeinsam mit Henry Chalfant erstellte, wollte erst kein Verlag herausgeben. Das Buch floppte und Martha Cooper war gezwungen, sich anderen Geschichten zuzuwenden. Doch dann verhalfen ihre Fotos der Urban-Art-Bewegung zum Durchbruch. Der Kunstband zählt zu den meistverkauften – und wohl meistgeklauten – Kunstbänden weltweit.
Mit 75 Jahren ist Martha Cooper immer noch abenteuerlustig. Aber die Kultur, in der sie sich nach wie vor mit Vorliebe bewegt, hat sich verändert. Die kleine Community, die einst als Gegenbewegung entstanden ist, hat sich zu einer kommerziellen Industrie entwickelt, angetrieben durch den Hype in den sozialen Medien. Jedes neue Stück Street Art wird sofort hochgeladen und Selfie-gierige Menschen versammeln sich vor den populären Werken.
Die Street-Art-Legende Martha Cooper behauptet ihren Platz in dieser neuen Welt, immer getrieben von ihrer Suche nach der Kreativität, die die Menschen aus ihrer meist schwierigen Lebensrealität heraustreten lässt. (Ankündigungstext) arte +7


monografischen Retrospektive zu Martha Cooper in Berlin bei Urban nation (Zugang je nach Corona-Präventionsmaßnahmen)

Interview mit dem Berliner Veranstalter
M. Harbach im tsp

hip hop files
street play
subway art
1 week with 1UP

Foto: ©