Fotografieren lernen in Berlin

Vilmos Zsigmond

Einen berühmten ungarischen Fotografen auszumachen ist garnicht so einfach, oft findet sie oder er sich nicht in Ungarn selbst, sondern schließlich in Berlin (wie z.B. Eva Besnyö), New York (Kertész) oder Paris (Capa). Vilmos Zsigmonds Weg führte von der Budapester Filmhochschule in das kommerzielle Film-Business von Los Angeles. Seine Fähigkeit in’s Bild und in’s Licht zu setzen hat er an Regisseure und Genres anpassen können. Sein Credo war, dass ‘gesetztes Licht’ eine Geschichte besser transportiert als das natürliche Licht, available light. Als lichtsetzender Kameramann wollte er Atmosphäre im Bild. Die Gruppe von drei Fotos, in denen er einen heraufziehenden Sturm durch wechselnde Lichtstimmungen beschreibt, hat er fotografiert als er schon berühmt war und doch sind sie Visuell genau das schwer zu Fassende und Unaussprechliche, das fesselt, wenn wir es gemeinsam sehen und erleben. Bezogen auf seine privaten Fotos ist er eher uneitel gewesen. Wenn er denn doch anlässlich der Ausstellung im Budapester Ludwig Museum gerührt ist, kann es daran liegen, dass ein Film ein Gemeinschaftswerk ist. Ein Foto aber lässt sich fast heimlich machen und auch als Band der Intimität. (tn) auch Mo. Eintritt frei Centrum Hungaricum bis 9. April

in dem Dokumentarfilm kann man Zsigmont hören, wie er über die Umstände seines Lebens spricht

Foto: © Vilmos Zsigmond