Arbeiten in Geschichte

Zeitgenössische chinesische Fotografie und die Kulturrevolution

von Torsten Neuendorff  0

Im Nachkrieg entwickelte sich die Soziologie zu einer Art Leitwissenschaft. Wie gewinnt eine Gesellschaft ein Bild von sich selbst? Wie funktioniert gesellschaftlicher Fortschritt? Wie ist das Wechselverhältnis zwischen Mensch und Mitmenschen? Wie entwickelt eine Gemeinschaft Werte? Zeitgleich mit der Bürgerrechtsbewegung in den USA und der 68-Revolte in Ländern Europas erlebte China zwei Jahre lang den Beginn der Kulturrevolution - eher eine euphemistische Umschreibung für eine Instrumentalisierung mehrerer Jahrgänge studentischer Jugend, 'Rote Garden', gegen missliebige Intellektuelle und Politiker im Land. Die Dekade vor Maos Tod 1976 hat eine gesellschaftliche Verwerfung, einen Traditionsbruch und ein Vakuum hinterlassen, die im Ausmaß viele andere Diktaturen übersteigen. Trotzdem hat seinerzeit die Theorie Maos und auch der Versuch der 'Arbeit an der Gesellschaft und der Arbeit am Bewusstsein' viele Linke angzogen. In den gezeigten Kunstwerken aus den letzten Jahren bleiben Empörung, Resignation, der Wille nach Gerechtigkeit eher leise. Ist die Ausstellung als sinnstiftend wahrnehmbar?   (tn)  Museum für Fotografie  bis  7. Januar

Beitrag in der Sendung Kulturzeit

 

historisches Foto:  Rotgardisten bringen eine Wandzeitung über Maos Kampf gegen den Kapitalismus an einer Hausfassade an. Künstlerisch wird die Aufnahme in der Ausstellung mit westlichen Firmenlogos paraphrasiert

 
Zhang Dali
Cao Kai
Mo Yi
Wang Youshen
Zhang Kechun
Mu Chen
Shao Yinong
Qu Yan
Wang Ningde
Feng Mengbo
Hai Bo
Song Yongpin
Zhuang Hui

 

 

 

•  Was bleibt? Fotografie und Geschichte
sonntags 10. 12.  Führungen  16 Uhr
4 € zzgl. Eintritt, Tickets online und an der Kasse am Tag der Führung
 

•  Geteilte Blicke: Blinde und sehende Menschen erleben gemeinsam
In dem Workshop der 'Deutschen Hörfilm' wird die Methode der Audiodeskription – die  Übersetzung von Bildern in Sprache  für blinde Menschen – vorgestellt. Je zwei sehende und ein blinder Teilnehmer erarbeiten im Dialog die Beschreibung einer Fotografie der Ausstellung. Sie spüren der Frage nach, was und wie wir sehen. Anmeldung  workshop@geteilte-blicke.de

40 junge Künstler aus China stellen bis Januar in der Kommunalen Galerie auch Fotoprojekte aus

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