Ulrike Schmitz und Matthieu Marre

gegenwärtige Vergangenheit

von Torsten Neuendorff  0

Matthieu Marre hat Gedanken zum Krieg gesammelt wie sie Berliner seines Alters aussprechen. Daneben ordnet und reproduziert er fotografische Überlieferung, Fotos, die in Berlin nicht überraschen: Großväter als uniformierte Soldaten, Privates aufgenommen in Zeiten des Krieges. Matthieu sagt, der Krieg rückt zeitlich in die Ferne, aber damit auch inhaltlich. Die Proteste gegen Krieg waren vielfach an die Erfahrung des Kriegselends gekoppelt.  Edwin Starr,  Paul Hardcastle,  Marlene Dietrich und  Phil Ochs - was sie wollten, ist Stille gewichen?

Ulrike Schmitz'  Eltern gerieten in die historische Konstellation, plötzlich für den 'gerechten Krieg' - so die Legitimierung zu Ostblock-Zeiten - zu arbeiten und zu leben. Auch die Amerikaner haben deutsches Kriegs-Know-How der Nazi-Zeit nicht zerstört, sondern zu sich geholt. Es ist ein düsteres Tableau - Kriegsniederlage beendete die Qual des Krieges nicht. (tn)  Eintritt frei  Fotofabrik Bln Bxl  bis  6. Mai

 

das Buch Feldpost  stellt den zirkulären Charakters zwischen Propaganda und Privatheit dar,
der sich für jegliche Fotografie kommunikativ nachweisen lässt
 
Berlin hat ein Anti-Kriegs-Museum,
das auf das Buch  Krieg dem Kriege  von Ernst Friedrich zurückgeht

 

 

 

 

Foto:  aus der Installation von © Ulrike Schmitz und © Matthieu Marre

 

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