Kare Kivijärvi

photographs 1959 - 1962

von Torsten Neuendorff  0

Kivijärvis Fotos sind der Sieg der dichten Tonwerte des Fotopapiers über zerstreutes Licht, der Sieg der grafischen Härte über das unvermeidliche Detail. Insofern hatte Otto Steinert recht, sich von den theatralischen Fotos als 'subjektiv' angesprochen zu fühlen - viel Schwarz gleich viel Bedeutung. Kivijärvis Fotos markieren den Umschwung, weg vom tonal ausgearbeiteten Foto, vom makellosen Bild. Wenn Kivijärvi einen Kohlkopf in 'low-key' ausstellt, so ist das ästhetisch ein Erlebnis und indirekt die Bestätigung, dass die Ästhetik auf viele Motive anwendbar ist. Als gewählte Ausdrucksform sind Kivijärvis Fotos eine Pioniertat, die vielen anderen ähnlich orientierten Fotografen zu Akzeptanz verholfen haben. Sie bilden einen Gegenpol zu Nostalgie und Leichtigkeit. Sie sind aber auch ein Fluch, sie sind die Wiederkehr des Piktorialismus, sie sind die Schwere in der Fotografie, die bleiern bis Michael Schmidt reicht, sie sind quasi das Bild, wo sich der Fotograf vielleicht befreit fühlt und der Betrachter aufgesogen durch ausgebranntes Weiß und zeichnungsloses Schwarz. Sich mit der Position auseinandersezten zu können - zeitlich, räumlich, intellektuell, emotional - ist aber (m)ein Privileg und die Galerie hat es entsprechend gestaltet und verweist zu Recht auf die Repräsenativität von Kåre Kivijärvi, die sich in auch in der großen Retrospektive in Oslo zeigt.  (tn)  Eintritt frei  Michael Janssen  bis  16. Juli

 

Fotos © Kåre Kivijärvi

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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