heute Student morgen tot

Polizei-Fotos vom 2. Juni, dem Todestag Benno Ohnesorgs

von Torsten Neuendorff  0

Die Ausstellung hat kaum Text. Die BesucherIn kann entscheiden, ob die Fotos einem polizeilichen Interesse gedient haben könnten und wie dieses genau ausgesehen haben wird. In ihrem nicht autoritären und unfertigen Zustand ist die Ausstellung großartig. Nicht dem Experten werde die Fotos vorgelegt, sondern jedem. Symbolisch ist das eine Geste an die Berliner. Für die Einsatzmethoden vor der Deutschen Oper und am Rathaus Schöenberg gab es bereits eine offizielle Entschuldigung - es wäre auch möglich gewesen nach 50 Jahren ein einzelnes Foto an die Presse zu geben, entschieden ist, die fast 400 Fotos in Karteikästen und an Stellwänden für eine 'Inspektion' der Öffentlichkeit freizugeben. Die Bedeutung der Ausstellung ergibt sich aus den sehr vielen Kontexten, in denen sie steht: das Recht auf Demonstrationsfreiheit, das Recht auf demokratische Teilhabe, das Recht auf Bildung, das Interesse an friedlichen Beziehungen von Staaten, die Unverletztlichkeit des Individuums. Die Fotos der Polizisten sehen privat aus - sind aber doch Skandalfotos.  (tn) Mo-Mi mit Personalausweis  10-15h    Polizeihistorische Sammlung   bis  30. August

Installationsfotos

S. Kneist  im tsp

Erinnerungen von Zeitzeugen  im tsp

gegenüber dem Polizei-Präsidium zeigen die Gewerkschaften in ihrer  Mediengalerie  die Ausstellung 'Zeitenwende' bis  22. 6.

 

 

PS: die polizeihistorische Sammlung kann eine Apparatur zeigen, die Alphons  Bertillon  an die Berliner Polizei verkauft hat und damit eine Nutzung von Fotografie eingeleitet hat, über die seit den neunziger Jahren weltweit Fotohistoriker und Geisteswissenschftler theoretisieren

 

 

Fotos © Berliner Polizei

 

 

 

 

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