Fotografieren lernen in Berlin

Geschlecht / Rolle / Bild

Frauen sehen Frauen – Fotografie im emanzipatorischen Prozess

Dozentin: Dagmar Kolatschny

21.09.-07.12.20 | montags 18-21 Uhr | € 131,00 (erm: € 79,00)

Das fotografische Bild hat eine feste Funktion als Stellvertreter unserer Welt. Ohne eine Bindung an die lineare Zeit können verschiedene Positionen und Ansichten als Variante oder Möglichkeit zeitgleich nebeneinander dargestellt werden. Diese Alternativen zu vorherrschenden – oftmals klischeehaften – Bildern bieten einen Freiraum, denn Vorstellungen, Konzepte oder Visionen können sich zunächst in Bildern manifestieren und auf Tauglichkeit für das eigene Leben erprobt und auf Konflikte mit Erwartungen an die eigene (Geschlechter-) Rolle untersucht werden. Fotografie hat daher in den Emanzipationsbewegungen des letzten Jahrhunderts eine entscheidende Rolle gespielt. In diesem Kurs bieten wir zunächst in nach Geschlechterbildern getrennten Gruppen eine Recherche darüber an, wie Fotograf_innen das Medium nutzen um Stereotypen zu entlarven und/oder Gegenformen zu entwickeln. Machtverhältnisse, Konsumerwartungen, Sexualität, Beziehungen, Identitäten, Verhaltensnormen, Rollenerwartungen, sozialer Stand und auch Hautfarbe: Welche Strategien entwickeln die Bildautor_innen um Fotografie für persönliche Emanzipation oder auch das politische Handeln zu nutzen? Welche Freiräume können durch das Auflösen bipolarer Zuschreibungen entstehen? In welcher Weise haben soziale Medien und virale Veröffentlichungen die Möglichkeiten im 21. Jahrhundert noch erweitert? Im Folgesemester (Januar bis März 2021) soll zunächst ebenfalls in getrennten Gruppen ein bildhafter Reflex als praktische fotografische Arbeit der Teilnehmenden entwickelt und in Bildbesprechungen begleitet werden, bevor sich beide Gruppen in einem Wochenendworkshop zum Austausch treffen.

Mit Ausstellungsbesuch. Männer sehen Männer (Kursnummer FK2.121) In dieser, von Thomas Michalak geleiteten Gruppe, werden Positionen von Männern* behandelt. Bestrebungen männlicher Emanzipation finden sich hauptsächlich in der Schwulenbewegung, es gibt aber auch einige wenige Positionen, in denen Bildautoren männliche Rollenklischees untersuchen oder die Bedeutsamkeit einer Zuschreibung grundsätzlich in Frage stellen.

*) Wir benutzen die Begriffe “Frau” oder “Mann” in dem Bewusstsein, dass es sich hierbei um Definitionen handelt, die vielleicht das Reden vereinfachen, machtpolitisch bedeutsam sind, aber in dieser Abstraktion dem individuellen Leben nicht entsprechen können. Wir gehen davon aus, das GeschlechtErleben so vielfältig ist wie wir viele sind und dass ein jedes Wesen ein Recht darauf hat ein eigenes Bild (von sich) zu entwerfen.

Zum Präsenzkurs wird begleitend ein digitaler Unterrichtsraum auf der Lernplattform vhs.cloud angeboten. Teilnehmende des Kurses können sich in den online-Klassenraum ab ca. eine Woche vor Kursbeginn mit dem Kurscode 585870@berlin.vhs.cloud einloggen. Weitere Informationen zur vhs.cloud finden Sie unter www.vhs-fk.de.

Der Kurs findet unter Anwendung von Abstands- und Hygieneregeln in einer Kleingruppe (max. 8 Personen) statt.

Veranstalter

Photocentrum der
VHS Friedrichshain-Kreuzberg
Wassertorstraße 4
10969 Berlin
photocentrum.de
Photocentrum der VHS

Auskunft & Beratung

Peter Lattermann
Programmbereichsleiter Kultur und Gestalten
Telefon: 030 2219-5519
E-Mail: peter.lattermann@ba-fk.berlin.de